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Galileo, das europäische Gegenstück zu GPS

Hier werden wir Sie über News aus dem Bereich Galileo auf dem laufenden halten:



26. Mai 2003


Galileo wird die Technologie der Transportsysteme revolutionieren

Die Europäer haben den Startschuss für ihr Satellitenprojekt Galileo gegeben. Die 15 Mitgliedstaaten der europäischen Raumfahrtagentur ESA einigten sich auf die Finanzierung des Milliardenprojekts, wie ESA-Generaldirektor Antonio Rodota in Paris mitteilte. Das Satellitennavigationssystem ist die europäische Antwort auf das US-System GPS. Bis 2008 sollen 30 Satelliten in die Erdumlaufbahn geschickt werden, um weltweit eine exakte Ortsbestimmung auf der Erde zu ermöglichen.

Der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) begrüßte die Entscheidung. Mit Galileo schließe Europa nicht nur zum US-Ortungssystem GPS auf, sondern biete sogar "einen wesentlich hochwertigeren Dienst", erklärte BDLI-Präsident Rainer Hertrich in Berlin. Galileo sei "eines der ehrgeizigsten gemeinsamen Technologieprojekte unseres Kontinents".


Die Kosten von zunächst 1,1 Milliarden Euro bis 2005 sollen jeweils zur Hälfte von der europäischen Agentur und von der EU getragen werden. Der für die Jahre 2006 und 2007 geplante Aufbau des Satellitennetzes und der Infrastruktur am Boden soll zu mindestens zwei Dritteln vom Privatsektor finanziert werden. Insgesamt soll der Galileo-Aufbau mehr als drei Milliarden Euro kosten und bis zu 150.000 Arbeitsplätze bringen.
Eine Einigung war zuvor am Streit zwischen Deutschland und Italien über die Verteilung der Aufgaben gescheitert. Im März bekam Deutschland schließlich den Zuschlag für den Standort und die industrielle Führung von Galileo. Auch Großbritannien und Frankreich sind an dem Projekt beteiligt. Zu den 15 ESA-Mitgliedern gehören alle EU-Staaten mit Ausnahme Griechenlands und Luxemburgs. Statt dessen zählen Norwegen und die Schweiz dazu.

Bis 2005 sollen Satelliten und Bodenkomponenten hergestellt werden. Ein Versuchssatellit soll spätestens 2004 gestartet werden. Das System soll ab 2008 kommerziell genutzt werden. Gedacht ist an Anwendungen im Boden-, See- und Luftverkehr, in der Landwirtschaft, in der Hochseefischerei, bei der Erkundung von Bodenschätzen, im Zivilschutz und Bauwesen, aber auch in der Verteidigung.



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5 April 2002

Navigationssystem Galileo auf dem Weg ins All
Das Europäische Satellitennavigationssystem Galileo hat am 26. März die letzte Hürde auf dem Weg zu seiner Realisierung genommen. Zunächst hatten die Staats- und Regierungschefs der Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (EU) auf ihrem Gipfeltreffen am 16. März in Spanien den Weg für das High-Tech-Vorhaben frei gemacht. Nun beschlossen auch die Verkehrsminister der EU in Brüssel die Finanzierung des Projekts. Die EU kann nun gemeinsam mit der ESA und der europäischen Raumfahrtindustrie Galileo entwickeln und in Betrieb nehmen.

Navigation - Das Multimilliarden-Geschäft
Ein Golfball, der mittels Navigationssystem seine Position verrät? Science Fiction oder Wirklichkeit? Tatsächlich gibt es das teure Luxusspielzeug für weniger begabte Golfer bereits.

Die Satellitennavigation wird jedoch überwiegend für ernste Anwendungen eingesetzt. Bereits heute werden mit zivilen Dienstleistungen rund um die Satellitennavigation weltweit Milliarden Euro verdient. 90 % aller GPS-Receiver dienen zivilen Zwecken. Allein in Europa waren 2001 über sechs Millionen derartige Empfänger in Betrieb. Für 2020 werden in Studien weltweit bis zu vier Milliarden Nutzer erwartet.

Für die nahe Zukunft prognostizieren Forscher eine Verschmelzung der mobilen Telekommunikation mit der Navigation. Künftige Handys und Taschencomputer werden automatisch auch einen Navigationsempfänger enthalten und zu neuen Dienstleistungen führen.

Noch sind alle Dienstleister jedoch vom amerikanischen GPS-System (Global Positioning System) abhängig. Es wurde für militärische Aufgaben entwickelt, sendet aber auch ein ziviles Signal mit geringerer Genauigkeit. In politischen Spannungsfällen wie z.B. im Golfkrieg geschehen, kann das Signal künstlich noch weiter verschlechtert oder ganz abgeschaltet werden. Gleichzeitig benötigen immer mehr Nutzer genaue, mit hoher Zuverlässigkeit zur Verfügung stehende Navigationsdaten, in der Luftfahrt sogar in drei Dimensionen.


Das System Galileo - Neue Infrastruktur im Weltraum

Das Wissen zur Positionsberechnung in GPS-Empfängern liegt derzeit ausschliesslich bei amerikanischen Unternehmen, die mit der Vermarktung entsprechender Hardware auch die grössten Gewinne erzielen. Wer sich an dem Zukunftsgeschäft beteiligen will, muss also über das notwendige Know How und die entsprechende Infrastruktur verfügen.
Die Europäische Union hat sich deshalb entschlossen, in Zusammenarbeit mit der ESA und der europäischen Raumfahrtindustrie das ausschliesslich zivile Navigationssystem Galileo auf den Weg zu bringen. Kosten-Nutzen Analysen ergaben ein sehr günstiges Kosten-Nutzen Verhältnis von 4,6. Das liegt wesentlich höher als bei anderen Infrastrukturprojekten in Europa. Dabei wurden nur die Auswirkungen in den Bereichen Luft- und Seetransport berücksichtigt. Weiterer Nutzen in anderen Bereichen ist zu erwarten. Durch die Entwicklung und Fertigung der Empfangssysteme und vor allem durch neue Dienstleistungen gehen Wissenschaftler von bis zu 140 000 neuen Jobs in Europa aus.

Für die Einführung von Galileo sprechen auch technologische und strategische Argumente. Heutige technologisch orientierte Gesellschaften sind immer mehr von fortschrittlichen Infrastrukturen abhängig (Kommunikationssysteme, Energie- und Wasserversorgung, Verkehrswege). In Zukunft gehören Systeme zur Bereitstellung von Navigationsinformationen dazu.
Verbunden mit deren Einführung erwarten Fachleute einen technologischen Durchbruch für die europäische Industrie, wie das bereits bei anderen europäischen Projekten, z.B. dem Airbus oder der Ariane-Trägerrakete, zu beobachten war.

Die Galileo-Architektur

Das System Galileo wird von einem Gemeinschaftsunternehmen der europäischen Raumfahrtindustrie mit Sitz in Brüssel entwickelt (Beteiligte: Astrium, Alenia Aerospazio und Alcatel Space).
Nach Abschluss der Definitionsphase steht nun fest, dass das Weltraumsegment aus 30 Satelliten bestehen soll. Sie werden in kreisförmigen Umlaufbahnen in 23 600 km Höhe plaziert. Damit ist eine weltweite Abdeckung gewährleistet. Die Satelliten werden 675 kg wiegen und 2,7 m x 1,2 m x 1,1 m gross sein. Auf der Erde gehört noch ein Netz von Bodenstationen dazu, die für den reibungslosen Betrieb des Gesamtsystems benötigt werden.


Galileo - Verschiedene Dienste

Galileo wird verschiedene Signale bzw. Dienste anbieten:


ein kostenloses Signal mit freiem Zugriff für allgemeine Anwendungen
ein Signal mit Nutzergebühren, bei dem gegenüber dem Nutzer Haftungsverpflichtungen eingegangen werden
einen Public Regulated Service (PRS), verschlüsselt und störresistent für staatliche Sicherheitsdienste
ein Search-And-Rescue Signal, das die Position und die Zeit eines speziellen Rettungssenders und -empfängers überträgt sowie Rückmeldungen an den Geschädigten erlaubt
einen Safety-of-Life Service (SoL) für sicherheitskritische Anwendungen wie beispielsweise den Luftverkehr

Drei Phasen bis zum Betrieb

Die Entwicklung und der Aufbau von Galileo ist in drei Phasen vorgesehen:

Entwicklungs- und Erprobungsphase (2001 - 2005)
Dazu gehören:

Die Abstimmung der Missionsziele
Die Entwicklung der Satelliten und der Bodensegmente
Der Nachweis der Funktionstüchtigkeit des Systems

Aufbauphase (2006 - 2007)
Kommerzieller Betrieb (ab 2008)
Die erste Phase wird gemeinsam von der EU und der ESA zu je 50 % finanziert. Die Kosten dafür werden mit 1,1 Milliarden Euro veranschlagt.

Für die Phase zwei werden noch einmal über zwei Milliarden Euro benötigt und die Kosten des jährlichen Betriebs bei etwa 220 Millionen Euro liegen. Die Kosten sollen sich die EU, die ESA und die beteiligte Industrie teilen. Dazu wurde ein kompliziertes Finanzierungsmodell im Rahmen einer sogenannten Private-Public-Partnership (PPP) erarbeitet. Die Refinanzierung wird über Gebühren für hochwertige Dienstleistungen, Abgaben auf die Elektronikchips in den Empfängern und ähnliche Massnahmen erfolgen.


Die Arbeit hat schon begonnen

Seit Jahren wird bei der ESA im Technologiezentrum ESTEC in den Niederlanden grundlegende Arbeit für die Definition eines derartigen komplexen Systems durchgeführt. Dazu gehören z.B. hochgenaue Atom-Uhren, Signalgeneratoren, Antennen und andere Elemente. Parallel dazu werden spezifische Einrichtungen für die Entwicklung geschaffen. Ein Beispiel ist die Galileo System Simulation Facility (GSSF), wo die Simulation des komplexen Betriebs erfolgen kann.

Die Definition des Gesamtsystems ist bereits abgeschlossen. Basierend darauf kann jetzt die Entwicklung Galileos und seiner Komponenten in Angriff genommen werden.


Quelle:European Space Agency

Scheffoldstraße 32 , D-73529 Schwäbisch Gmünd, Germany
Telefon:+49-7171-877647 Telefax: +49-7171-877648



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